Schritt 1: Mut haben
Stellen Sie sich vor, ein Freund würde von Ihnen verlangen, dass Sie jetzt sofort einen Marathon gewinnen sollen. Sie würden ihm wahrscheinlich verblüfft anschauen und ihm sagen, dass Sie dafür erst einmal trainieren müssten. Beim Flirten hingegen würden sie wahrscheinlich ohne zögern loslegen. Das kann doch jeder, denken Sie sich. Sicherlich wird es Menschen geben, die sofort einen Marathon gewinnen können oder ihren Traumpartner im Sturm erobern, doch die Realität sieht anders aus. Herzklopfen, Aufregung und Angst – die üblichen Symptome, die uns in einer unsicheren Situation immer wieder begegnen, müssen überwunden werden. Doch wie geht das? Das Zauberwort heißt Mut! Haben Sie Mut dazu, einen Blick zu erwidern, auf jemanden zuzugehen oder jemanden anzusprechen. Flirten erfordert Mut! Diesen Mut kann man erlernen, ganz einfach und ohne großen Aufwand durch die Übung „Kleine Kontakte”. Kleine Kontakte, das heißt: Sprechen Sie Menschen an, ohne dass sie bereits den großen Flirt im Auge haben. Gehen Sie einfach aufs andere Geschlecht zu und fragen nach der Uhrzeit, dem Weg oder irgendetwas anderem. Wichtig ist nur, dass Sie auf jemanden zugehen und ihn ansprechen. Bedanken Sie sich danach und gehen Sie einfach weiter. Wenn Sie diese Übung öfters wiederholen, entwickelt sich automatisch eine Ansprech-Routine bei Ihnen. Haben Sie diese erst einmal verinnerlicht, gehen sie zu Übung Zwei über: Fragen Sie Menschen nach ihrer Meinung. Sie werden schnell merken: je mehr Menschen Sie ansprechen, desto leichter fällt es Ihnen, auf andere zuzugehen.
Schritt 2: Opener
Sie haben jetzt genug Mut, um Menschen anzusprechen und sich durch „Kleine Kontakte” eine Ansprech-Routine angeeignet. Nun gehen Sie einen Schritt weiter. Sie eröffnen ein Flirt-Gespräch durch einen „Opener” (Fachwort für einen Gesprächsstart). Mit einem Opener machen Sie auf sich aufmerksam und treten damit aus der Masse hervor. Sie setzen ein Zeichen und sagen: Achtung, hier bin Ich!” Ein Opener ist also ein Satz, der eine freundliche Reaktion auslöst. Wie bekommen Sie eine freundliche Reaktion? Ganz einfach mit der Regel:
“Irritation führt zu Reaktion”
Irritation führt zu Reaktion heißt, Sie müssen Ihren Flirtpartner ein klein wenig irritieren. Irritieren heißt sanft verwirren und auf jeden Fall zum Nachdenken anregen. Wenn der Flirtpartner anfängt, über Sie nachzudenken, haben Sie schon einen ersten Schritt in seine Welt gemacht – und da wollen Sie ja hin. Wie irritieren Sie also unauffällig und ganz beiläufig? Sagen sie etwas Unpassendes. Etwas Unpassendes und Unkompliziertes, damit das Nachdenken für den Flirtpartner keinesfalls anstrengend wird. Es soll ihm ja leicht fallen zu reagieren.
Unpassend ist es z.B. ab 17h zu sagen: „Guten Morgen”. Was passiert nun, wenn Sie mit Guten Morgen ab 17 Uhr irritiert haben? Der Gesprächspartner wird reagieren und zwar mit einer Antwort. In diesem Fall ist es fast immer eine Belehrung a la: „Guten Morgen?, Wissen Sie, wie spät es ist?” Sie werden etwas gefragt! Das heißt, jemand erwarte von Ihnen eine Antwort. Sie werden also automatisch in ein Gespräch verwickelt.
Vorsicht!! Nicht jeder Satz der einen aus der Masse hervorstechen lässt, ist als Opener geeignet. Viele Sätze sind ungeeignete Anmachsprüche und diese bewirken das genaue Gegenteil vom dem, was Sie erreichen wollen. Aber warum sind diese Sprüche so schlecht? Sie lösen keine freundliche Reaktion des Gegenübers aus. Sie müssen sich also vorher überlegen, ob man auf Ihre Irritation auch freundlich reagieren kann. Nur dann ist der Spruch ein guter Opener.
Schritt 3: Das Gespräch starten
Sie wissen jetzt, was ein guter Opener ist. Sie schaffen das mit der Regel: Irritation führt zu Reaktion. Sie haben auf sympathische Weise die Aufmerksamkeit des Flirtpartners erlangt. Doch was machen Sie nun? Sie sind jetzt aktiv in ein Gespräch verwickelt, ab da kommt bei vielen Menschen auch der Punkt vor dem sie Angst haben. Angst davor, nicht zu wissen, wie sie das Gespräch erfolgreich weiterführen können. Auch hier gilt: Vorbereiten und üben. An dieser Stelle sei noch einmal gesagt: üben Sie nicht sofort an ihrem Traumpartner. Bereiten Sie sich vor. Zu jedem Opener passt auch eine interessante kleine Geschichte. Nicht zu lang maximal 1-2 Sätze, die Sie zu einem interessanten Menschen machen. Reagiert Ihr Flirtpartner also auf Ihren Opener so, wie Sie es sich gedacht haben, erzählen Sie die kleine Geschichte. Seien Sie interessant – aber bitte: Geben Sie niemals an. Prahlerei wirkt immer sehr unsympathisch!
Vermeiden Sie auch faustdicke Lügen. Sollte sich nämlich aus diesem Flirt-Gespräch mehr ergeben, ist die Enttäuschung schon vorprogrammiert. Sanfte Lügen hingegen sind beim Flirten erlaubt. Bei sanften Lügen verbiegen Sie die Wahrheit nur so weit, dass es niemanden schaden kann. Wenn Sie beispielsweise vorgeben, in Eile zu sein. Oder wenn sie so tun, als hätten Sie sich verfahren.
Starten Sie mit einem guten Opener. Der gute Opener verschafft eine freundliche Reaktion. Und diese Reaktion bedienen Sie mit einer kurzen interessanten Geschichte. Und schon sind Sie mitten in einem perfekten Flirt.
Schritt 4: Das Gespräch in Gang bringen
Sie wissen jetzt, wie sie ein perfektes Flirtgespräch beginnen. Der Anfang ist gemacht. Bis zu diesem Punkt läuft alles fast automatisch:
1. Sie gehen mutig auf einen Flirt-Partner zu.
2. Sie haben einen guten Opener
3. und sie haben eine interessante kleine Geschichte, die zum Opener passt.
Und jetzt bekommt eine oft vernachlässigte Sache eine unfassbare Wichtigkeit, die besonders Männer oft vernachlässigen und kaum beachten. Zu diesem Zeitpunkt müssen sie das Allerwichtigste tun! Sie müssen das tun, was eine gute Flirterin oder ein guter Flirter, von einem billigen Aufreißer unterscheidet. Sie müssen das tun, was ein gutes Flirt-Gespräch ausmacht.
Sie müssen: Zuhören!
Hören Sie zu! Geben Sie Ihrem Flirt-Partner die Aufmerksamkeit, die er verdient hat. Geben Sie ihm das gute Gefühl, dass er Ihnen wichtig ist. Natürlich sollen Sie jetzt nicht wortlos vor Ihrem Flirt-Partner sitzen und ihn fragend anglotzen. Sie sollen aber auf das reagieren, was ihr Flirtpartner sagt. Nur so kann ein gutes Flirt-Gespräch entstehen. Sie hören zu und Sie sind bei der Sache. Sie sind nicht abgelenkt, sondern konzentrieren sich auf das Flirt-Gespräch. Bleiben Sie dabei aber locker. Wirken sie nicht angestrengt. Äußerlich locker, innerlich konzentriert.
Und nun übernehmen Sie die Gesprächsführung. Wie? Durch Fragen. Stellen Sie Fragen. Und hören Sie zu. Denn dann können Sie nachfragen. Und wieder zuhören. Dann können sie eine kurze Aussage zum Thema machen und an diese Aussage eine Frage anhängen. Und wieder zuhören. Achten Sie aber auf eine gewisse thematische Leichtigkeit. Stellen Sie nicht zu düstere Fragen. Eine Tiefe ist erlaubt. Sogar erwünscht. Damit die Fragen nicht zu belanglos werden und das Flirt-Gespräch nicht nur dahin plätschert. Besonders gut geeignet sind so genannte “offene Fragen”. Offene Fragen nennt man Fragen, auf die Ihr Gegenüber nicht mit “ja” oder “nein”, sondern mit eigenen Worten antworten muss.
Durch Ihre Fragen können Sie das Flirt-Gespräch lenken. Wird es zu düster, steuern Sie in Richtung Leichtigkeit. Wird es zu oberflächlich, stellen Sie ruhig eine ernstere Frage. Wenn Sie gar nicht mehr weiter wissen: stellen Sie die beste Frage, die Mann oder eine Frau einem Flirt-Partner stellen kann. Diese Frage können Sie immer anbringen. Auch wenn sie den Eindruck haben, dass der Flirt-Partner schon gar nicht mehr weiter mit Ihnen reden möchte. Diese Frage reißt selbst das verfahrenste Ruder rum. Diese Frage können Sie immer stellen.
Diese Frage lautet: Wissen Sie, was das Attraktive an Ihnen ist?”
Jeder möchte garantiert auf diese Frage eine Antwort haben. Der Flirt geht weiter – Sie müssen jetzt nur die richtige Antwort darauf geben.
Schritt 5: Die perfekte Antwort
WISSEN SIE, WAS DAS ATTRAKTIVE AN IHNEN IST?
Das ist eine großartige Frage. Denn jeder Mensch will die Antwort darauf wissen. Bleiben Sie bei der Frage ruhig neutral. Legen Sie keine zusätzlichen Schnörkel und Schwärmereien in die Frage.
Richtig: Wissen Sie, was das Attraktive an Ihnen ist?
Falsch: Wissen Sie, was ich so attraktiv an Ihnen finde?
Diese Variante macht die Frage schwächer. Denn es ist dem Flirt-Partner ja vielleicht egal, was Sie finden. Aber ist es dem Flirtpartner egal, was er ist? Deshalb formulieren Sie es so neutral, wie möglich: wie ein Urteil, wie ein Naturgesetz.
Die Antwort des Flirtpartners ist immer die gleiche, egal wie eilig er es gerade hat. Die Antwort ist eine Gegenfrage. Er fragt immer: Nein, was denn? Oder seine Blicke fragen: Nein, was denn? Sie haben nun eine sehr hohe Aufmerksamkeit, deshalb muss von Ihnen etwas sehr Gehaltvolles kommen. Eine Antwort, die zündet. Eine Antwort, die nicht auswendig gelernt ist, sondern eine Antwort, die zu dem Flirtpartner passt.
Dazu gibt es einen Trick: Denken Sie sich die Zauberfloskel „In Deinen Augen liegt…” (Nur denken, nicht sagen.) „In Deinen Augen liegt…”.
Während Sie ihrem Flirtpartner in die Augen schauen, suchen sie etwas, was gerade in seinem Blick liegt. In Wirklichkeit lesen Sie aber in seinem gesamten Gesicht, sie lesen seine Mimik. In seiner Mimik werden sie etwas finden, das den Flirt-Partner gerade in diesem Moment auszeichnet.
Unterstellen Sie einfach etwas!
In Deinen Augen liegt…Nachdenklichkeit oder Wissensdurst, oder eine tiefe Ruhe…Was sie jetzt mit der Zauberfloskel „In Deinen Augen liegt…” festgestellt haben, sprechen sie aus. Natürlich ohne „In Deinen Augen liegt” das ist nur eine Denkhilfe. Sie sagen also bei Nachdenklichkeit: „Das Attraktive an Dir ist Deine Nachdenklichkeit”. Weil sie damit eine Wahrheit festgestellt haben, werden Sie als Flirtpartner ernst genommen. Sollten Sie einmal beim Flirten an jemanden geraten, der vergeben ist und dessen Partner plötzlich neben ihnen steht, können Sie sich mit einem lockeren Satz aus der Affäre ziehen. „Wissen Sie was das Attraktive an Ihnen ist? Ihr Freund!”
Schritt 6: Zuhören mit den Augen
In einem Flirtgespräch hören Sie nicht nur mit den Ohren zu. Vielmehr hören Sie auch mit den Augen zu. Sie hören zu, fragen und signalisieren Interesse. Wenn Ihre Augen aber neugierig suchend durch den Raum wandern, zerstört das alles. Dann sind Sie nicht mehr 100%ig interessiert, sondern vielleicht nur zu 80% oder weniger. Geben Sie ihrem Flirtpartner die Wichtigkeit, die er verdient. Geben Sie ihm 100%ige Aufmerksamkeit. Hören Sie ihm zu, schauen Sie ihn an und lassen sie sich niemals ablenken. Es wirkt übrigens sehr stark und souverän, wenn Sie in einem Restaurant sitzen, einem Kellner zwei Tische weiter Gläser runterfallen, Ihr Flirtpartner natürlich neugierig rüberguckt, und Sie sich aber nicht ablenken lassen und weiterhin ihrem Flirtpartner in aller Ruhe mit den Augen zuhören.
Aber bitte starren Sie nicht. Gucken Sie entspannt. Vergessen Sie nicht ihren Liedschlag. Das klingt jetzt fast schon albern, aber es gibt durchaus Menschen, die in einem Gespräch so konzentriert sind, dass Sie die Augen aufreißen und Ihre Gesichts-Mimik auf Null fahren. Dann starren Sie und damit jagen Sie ihrem gegenüber Angst ein.
Reagieren Sie auf das Gesagte mit Ihrer Mimik. Aber auch nicht zu viel – Sie sind ja kein Gesichtsakrobat. Versuchen Sie niemals, eine Mimik zu verstärken. Schenken Sie hin und wieder ein souveränes Lächeln und bleiben Sie mit den Augen beim Flirtpartner. Auf den gemeinsamen Tisch vor Ihnen können Sie blicken. Auf Ihr Getränkeglas können Sie mal blicken. Also auf alles, was Ihr Flirtpartner auch sofort sehen kann, weil es sich zwischen Ihnen beiden befindet. Was sich hinter ihrem Flirt-Partner befindet ist für Ihre Augen tabu.
Schritt 7: Das Kompliment - Was ist ein Kompliment?
Dieser so wichtige Bestandteil ist: Das Kompliment ist der wichtigste Bestandteil eines Flirtgespräches. Aber auch der am meisten missverstandene.
Was war das schönste Kompliment, was sie je gehört haben? Überlegen Sie kurz!
Ein Kompliment erscheint so einfach. Ein Kompliment ist einfach. Aber nur, wenn man wirklich verstanden hat, was ein Kompliment ist. Was ist also ein Kompliment?
Ein Kompliment ist: Das Feststellen einer Wahrheit! Es ist keine Schleimerei und keine Schönfärberei! Ein Kompliment ist: Das Feststellen einer Wahrheit! Ein Kompliment funktioniert nur dann, wenn es eine Wahrheit feststellt. Nur dann hat es eine Wirkung und wird ernst genommen.
Denken Sie nur mal an sich selber: Wenn ihnen jemand Honig ums Maul schmiert, und der Honig überhaupt nichts mit der Wahrheit zu tun hat. Was denken sie da? Richtig, Sie denken sofort: Was für ein Schleimer. Es ist so leicht! Suchen Sie sich eine Wahrheit aus: Und bemerken sie diese einfach. Völlig unübertrieben. Probieren Sie es aus.
Schritt 8: Das Kompliment – Der richtige Zeitpunkt
Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Kompliment?
Immer? Nein!
Und vor allem nicht: immer wieder!
Die Regel für die Anzahl der Komplimente besagt: Je weniger, desto besser. Denn: Je mehr Komplimente sie machen, desto weniger wert ist jedes einzelne Kompliment. Sie entwerten, Sie inflationieren ihre guten Komplimente. Auch das beste Kompliment verschwindet irgendwann in der Bedeutungslosigkeit. Über ein gutes Kompliment freut man sich Jahre lang. Hört man viele Komplimente, denkt man im günstigen Fall: Was für ein Süßholzraspler. Ganz schnell ist man aber auch bei der Formulierung: Was für ein Schleimer! Die Komplimente können einzeln gesehen super gut sein. Aber in der Masse…
Am besten, Sie konzentrieren sich auf nur ein Kompliment. Sie haben ein Kompliment und das muss sitzen.
Worüber machen sie jetzt also Ihr Kompliment. Welche Wahrheit sollen Sie feststellen? Ganz bestimmt nicht: die Offensichtlichste! Denn dieses Kompliment verpufft. Ein Flirtpartner mit besonderen strahlenden grünen Augen hat schon seit seiner Kindheit ständig gehört, dass er besondere Augen hat. Sie wären dann nur jemand, der etwas bemerkt, was schon jeder bemerkt hat. Suchen Sie sich stattdessen lieber etwas raus, was nicht so offensichtlich ist. Das macht Sie nämlich auch gleich wieder besonders, weil Sie nicht so oberflächlich sind. Weil Sie sich so sehr für Ihren Flirtpartner interessieren, dass Sie Dinge an ihm feststellen, die bisher nur sehr wenige Menschen festgestellt haben.
Schritt 9: Das Kompliment – Die Love-Kick-Technik
Die Love-Kick-Technik – mit ihr können Sie die Wirkung von Komplimenten um ein vielfaches erhöhen. Bitte beachten Sie: Diese Technik kann bei ihrem Flirtpartner tiefe Gefühle für Sie auslösen. Gehen Sie also bitte sehr verantwortungsvoll mit dem Wissen um. Verwenden Sie diese Technik bitte nur, wenn Sie aufrichtiges Interesse an ihrem Flirtpartner haben und niemals nur aus Spaß.
Achten Sie im Gespräch mit ihrem Flirtpartner auf folgende zwei Dinge:
1. Worauf ist mein Flirtpartner besonders stolz?
2. Was versucht mein Flirtpartner am meisten zu kaschieren?
1. Worauf ist mein Flirtpartner besonders stolz?
Das kann alles sein. Eine Körperlichkeit, wie lange Finger, trainierte Beine oder eine tiefe Stimme. Es kann was Äußerliches sein, wie eine besondere Uhr, eine ausgefallene Handtasche, sogar die Farbe einer Kreditkarte aber auch eine Eigenschaft oder ein Talent sein. Egal was es ist finden Sie heraus, worauf ihr Flirtpartner besonders stolz ist. Wenn Sie dazu nun ein Kompliment machen, treffen Sie absolut ins Schwarze.
Stopp! Machen Sie an dieser Stelle aber bitte noch kein Kompliment.
Sie könnten ein großes Kompliment landen. Aber Sie verzichten und heben es sich auf. Es wird seine Wirkung gleich noch steigern. Denn jetzt gehen Sie einen Schritt weiter. Nun kommt das Zweite auf das Sie bei einem Flirtpartner achten sollten.
2. Was versucht mein Flirtpartner am meisten zu kaschieren?
Und auch das kann alles sein. Kaschiert er Fettpölsterchen oder eine schmale Oberlippe? Kaschiert er Unwissenheit, Erfolglosigkeit oder seine Herkunft? Die Möglichkeiten sind vielfältig. So vielfältig wie wir Menschen eben sind. Es gibt keine Ausnahmen. Jeder Mensch kaschiert. Die einen kaschieren ungeschickt, dann sehen Sie es schnell. Die anderen kaschieren besser, da müssen Sie einfach länger hingucken. Aber finden werden sie immer etwas.
Nun kennen Sie Ihren Flirtpartner. Sie kennen seine größte Stärke und sie kennen seine größte Schwäche. Das Besonderen ist hierbei aber: Sie kennen nicht die Sicht von außen, also das, was andere über Ihren Flirtpartner denken. Sie kennen die größte Stärke und die größte Schwäche Ihres Flirtpartners und zwar: seiner Meinung nach. Das ist ein riesiger Unterschied. Was Sie nun tun müssen: Kombinieren Sie seine Stärke und seine Schwäche und formulieren Sie dazu ein Kompliment. Dieses Kompliment wird den Flirtpartner im Zentrum seiner selbst treffen. Das Gespräch wird schlagartig für Ihren Flirtpartner eine Tiefgründigkeit und damit eine Wichtigkeit bekommen. Sie werden schlagartig damit eine Wichtigkeit bekommen. Denn die beiden Dinge, die ihrem Flirtpartner am wichtigsten sind, wurden von ihnen bemerkt. Und zwar auf positive Weise. Es darf nicht als Kritik formuliert werden, sondern als Kompliment.
Ein Flirtpartner, ist stolz auf seine Ideen, kaschiert aber seine Wissenslücken. Dem könnten Sie sagen: Ich bin beeindruckt, wie kreativ Du Deine Erfahrungen ergänzt.
Oder:
Ein Flirtpartner ist stolz auf seine sprachlichen Fähigkeiten, kaschiert aber sein Übergewicht. Dem könnten Sie sagen: Unfassbar, wie Du es schaffst Dich mit Worten, auch körperlich sehr attraktiv zu machen.
Ganz wichtig:
Bitte vergessen sie jetzt nicht, dass diese Komplimente ja nicht für Sie gemacht sind. Wenn die Komplimente also nicht diese tiefe Wirkung bei ihnen haben, liegt es einfach daran, dass Sie andere Stärken und Schwächen haben. Ein Maßanzug kann noch so teuer sein. Wenn er für jemand anderen gemacht wurde, wird er Sie niemals so begeistern, wie denjenigen, für den er gemacht wurde.
Schritt 10: Humor – Warum ist Humor so wichtig?
Humor ist das wichtigste Sympathie-Element. Das Element, was sie am meisten sympathisch macht. Humor ist wichtig! Warum ist das so?
Ganz einfach: Humor erzeugt Lachen. Und Lachen ist gesund.
Das ist nicht nur eine Floskel. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Wenn ein Mensch herzhaft lacht, passieren Dinge in und mit seinem Körper, die gesund machen.
Zum Beispiel: Einmal herzhaft gelacht, entstehen sofort im Körper genauso viele Endorphine im Körper, wie bei einem 1-stündigen Dauerlauf. Endorphine sind Anti-Stresshormone. Sie bauen also Stress ab, den größten Krankmacher des modernen Menschen. Das war nur ein Beispiel. Wer sich mit der Lachforschung mal beschäftigt, wird schnell merken, wie extrem gut LACHEN tut. Weil lachen so gut tut, suchen Menschen die Nähe zu Menschen, die ihnen gut tun – die sie zum Lachen bringen. Die Natur hat es so eingerichtet: Menschen mögen Menschen gleich viel mehr, wenn sie Humor haben. Sie wirken sofort viel sympathischer und vertrauensvoller. Zeigen Sie Humor. Das geht einmal damit, dass Sie lachen, wenn es angebracht ist.: Lachen sie! Beim Flirten sind einige Menschen so angespannt oder so cool, dass sie einfach vergessen zu lachen. Lachen Sie und zwar immer dann – und das ist jetzt sehr wichtig: Wenn es angebracht ist! Denn zwischen Lachen und sinnlosem Kichern liegt nur ein ganz schmaler Grad. Lachen ist ein Statement, eine Aussage. Kichern ist albern und nicht greifbar. Gerade Männer wirken dann sehr lächerlich, wenn sie aus dem Kichern nicht rauskommen. Oder finden Sie das klingt männlich? ZeigenSsie Humor! Lachen Sie angemessen. Seien Sie nicht albern, sondern lustig und bringen Sie ihren Flirtpartner zum lachen.
Schritt 11: Humor - Treffsichere Lacher erzeugen
Treffsichere Lacher können Sie mit ein paar Techniken erzeugen. Wenn Sie eine einfache Grundregel befolgen, ist es ganz leicht, ein herzliches, verbindliches Lachen zu bekommen. Die Grundregel für Pointen ist: Sie müssen etwas Unerwartetes sagen oder machen. Sie müssen positiv überraschen. Der einfachste Weg ist „Lügen als komischer Effekt”. So nennen das Autoren und Gagschreiber. Das geht so:
Sie kommentieren irgendein Ereignis mit einer witzigen, völlig unlogischen Lüge. Beispiel: Wenn eine Wespe um Ihren Gesprächspartner schwirrt, könnten Sie sagen: „Lass die doch – die will nur spielen.” Natürlich will die Wespe nicht nur spielen. Sie folgt ihren Instinkten und wird sich bei Bedrohung verteidigen. Das war der Weg der Verharmlosung.
Die komische Lüge funktioniert natürlich auch anders rum: als maßlose Übertreibung:
Die andere Möglichkeit einer Lüge in dieser Wespen-Situation wäre also zum Beispiel zu übertreiben: „Oh Gott, eine Wespe. Die ist abgerichtet, zu vernichten und zu töten. Ruf die Bundeswehr, sperrt die Zufahrtswege zum Flughafen!”. Die Lüge, also eine falsche Tatsachenbehauptung, ist hier nur ein Komischer Effekt, sie ist keine wirkliche Lüge. Sie wissen echtes Lügen ist beim Flirten strikt verboten! Aber eine Lüge als Komischer Effekt ist witzig und erlaubt. Das Wunderbare an der humorvollen, komischen Lüge ist, dass Sie sie immer reaktiv einsetzen können. Das heißt: wir reagieren auf etwas.
Das kann eine Situation sein – wie mit der Killerwespe – oder ein verbales Statement, eine Äußerung unseres Flirtpartners. Versetzen wir Sie sich doch mal in eine alltägliche Situation: Sie stehen an der Supermarktkasse an. Die fast schon malerisch attraktive Kassiererin sagt zu jedem Kunden: „Schönen Abend”. Das hören Sie, obwohl noch 4 Leute vor Ihnen sind. Sie haben also vier Leute lang Zeit, sich eine komische Lüge einfallen zu lassen. Wie können Sie also hier den komischen Effekt durch Lügen erreichen? Richtig: Sie sagen auf ihr „Schönen Abend!”: „Ohne Sie wird das wohl nichts” Das ist natürlich eine Lüge. Auch ohne die Kassiererin werden Sie einen „schönen Abend” haben. Aber die Lüge ist witzig und sie ist ein Kompliment. Humor schafft Vertrauen. Das haben Sie schon einmal heute gelernt. Lügen als komischer Effekt.
Schritt 12: Interessant machen
Wie wirken Sie interessant und zwar so interessant, dass Sie das richtige Maß an Faszination auf Ihren Flirtpartner ausstrahlen? Das Schöne ist: es ist wieder einmal ganz einfach! Jeder Mensch ist interessant. Jeder Mensch hat seine Identität, seine Ideen, seine Leidenschaften, Vorlieben, Vorzüge, seinen Geschmack. Das alles sind Dinge, die ihn potentiell interessant und damit potentiell liebenswert machen. Allerdings: Viele Menschen neigen dazu, ihre Vorzüge im Gespräch zu sehr zu betonen. Sie tun das oft auf eine Weise, die beim Flirten gar nicht funktioniert: Sie geben an.
Und zwar: Männer und Frauen gleichermaßen, allerdings unterschiedlich in der Art und Weise. Männer sind beim Angeben oft plump und offensichtlich. Sie geben mit ihrem Job an, Sie geben an mit ihrem tollen Auto, mit ihrem Wissen und thematisieren leider sogar ihre vermeintlichen sexuellen Höchstleistungen. Frauen geben auch an. Allerdings mit ganz anderen Dingen: Zum Beispiel geben sie mit ihrem Körper an. Haben sie schöne Lippen, werden sie mit Lippenstift noch hervorgehoben. Haben sie schöne Beine, ist der Rock gerne mal ein wenig kürzer. Haben sie schöne lange Finger, werden sie durch lange Fingernägel noch ein wenig länger gemacht. Und es gibt noch was, mit dem Frauen unglaublich gerne angeben: Mit dem Mann an ihrer Seite! Entweder sie geben mit ihrem Partner an, oder mit ihrem Sohn oder aber ganz bestimmt: mit ihrem Vater! An dieser Stelle sei deutlich gesagt: Sie sollen stolz auf sich und Ihre Vorzüge sein und Sie sollen ja sich und Ihre Vorzüge gut darstellen. Aber eben nicht so prahlerisch. Nicht so übertrieben oder angeberisch. Denn angeben entwertet. Wenn etwas auf plumpe Weise besonders gut dargestellt wird, entsteht beim Zuhörer spontan eine Skepsis. Die Regel lautet: Wenn Sie angeben, werden Sie zum Suchbild. Der Zuhörer sucht während er zuhört, nach Fehlern. Das Dilemma dabei: Die Dinge, mit denen Sie angeben könnten, sind auch noch ausgerechnet die Dinge, mit denen Sie punkten würden. Es klingt verrückt: Es macht Sinn diese Vorzüge darzustellen, dem Flirtpartner mitzuteilen. Den Flirtpartner darauf aufmerksam zu machen. Nur eben nicht zu plump.
Wie macht man das also?
Das Geheimnis liegt hier: Geben Sie nicht an, sondern lassen Sie den Flirtpartner ihre Vorzüge von selbst bemerken! Wenn Sie stolz auf ihr Auto sind, ist es 12000 mal beeindruckender, wenn Sie ihr später dezent die Wagentür dieses Traumwagens aufhalten, statt stundenlang über die Mobilie zu reden. Hätten Sie vorher die ganze aufdringlich von Ihrem Ferrari, Jeep oder dem Mini erzählt, wäre die beeindruckende Wirkung viel kleiner. Einer Dame mit schönen Beinen, muss sie nicht einen ganzen Abend lang offensichtlich präsentieren. Männer können durch den Schlitz eines Wickelkleides sehr wohl diesen Vorzug sehen. Lassen Sie die Freude des Entdeckens. Dieser Appell gilt für Flirterinnen und für Flirter. Machen Sie Ihren Flirtpartner zum Entdecker! Zum Entdecker Ihrer Großartigkeit!
Die Flirtschule als Hörbuch:


